Die Schützinger Kelter ist mit 33 m x 11 m Grundfläche das größte historische Gebäude in Schützingen. Nach dem 30jährigen Krieg (1648) wurde sie auf den Resten des abgebrannten Vorgängergebäudes zunächst in kleinem Stil für einen Kelterbaum wieder errichtet. Die Ausweitung des Weinbaus in Schützingen führte kurz danach im Jahr 1658 zum Bau einer größeren Kelter für zwei Kelterbäumen. Diese wurde auf den Grundmauern des Vorgängerbaus errichtet und ist in diesen Ausmaßen bis heute erhalten.

(Quelle: Ortschronik Schützingen, nach Friedrich Wißmann, Herausgeber Gotthold Gienger)

Über die ganze Zeit hinweg wurde sie zum Keltern von Trauben genutzt. Im Zuge von Umbaumaßnahmen sollten im Jahr 1946 nach Architektenplänen von Regierungsbaumeister Professor Ernst Speidel unter anderem an der Ostseite außen vier Sandsteinstützen zur Stabilisierung der Kelter gebaut werden. Stattdessen wurde die Westseite mit einem Vordach versehen, das im Laufe der Zeit durch sein Gewicht die ganze Fachwerkkonstruktion nach Westen gezogen hat. Mitte der neunziger Jahre stellte die Gemeinde Illingen als Eigentümerin fest, dass das Gebäude vom Einsturz bedroht ist. Die leider häufig anzutreffende Praxis, störendes Gebälk einfach abzusägen, hat zum Verfall beigetragen. Durch eine Notabstützung innen und außen konnte der Einsturz der Kelter verhindert werden.

Nach der Auflösung der Weingärtnergenossenschaft Schützingen vor ein paar Jahren stand die Kelter leer. Im Oktober 2004 wurde sie uns von der Gemeinde Illingen zum Kauf angeboten. Nach einem Jahr Planung zusammen mit unserem Architekten, Herrn Ewald Link aus Maulbronn - Schmie, kauften wir das Gebäude im Oktober 2005. Im September 2006 waren die Umbauarbeiten abgeschlossen.

Wir haben in diesem Gebäude unsere gesamte Weinproduktion untergebracht, also Kelterraum, Fasskeller und Flaschenlager. Dadurch wurde unsere Scheune, in der bis dahin das Flaschenlager untergebracht war, leer. Hier haben wir unsere Gutsschenke eingebaut.