Im Jahr 1987
haben zwei vielleicht leicht verrückte oder zumindest ziemlich naive junge
Leute in Schützingen ein Weingut gegründet. Nachdem diese beiden ein paar
Jahre zuvor in dem alten Dorf eine alte Bruchbude gekauft und
überraschenderweise mit viel Einsatz zu ihrem Zuhause gemacht hatten,
gründeten sie ohne einen eigenen Rebstock zu besitzen, ihr eigenes
Weingut.
Selbstverständlich ernteten diese beiden bei so viel
Leichtsinn zunächst häufiger ungläubiges Kopfschütteln als anerkennende
Worte. Ganz besonders als sie auch noch anfingen einzelne Weinberge
ökologisch zu bewirtschaften, wurde ihnen nicht selten der baldige Ruin
vorausgesagt.
Mancher wird es dann wohl als logische Folge von so viel
Dummheit betrachtet haben, als diese zwei 2006 die marode Schützinger
Kelter gekauft und in kürzester Zeit unter Berücksichtigung der Ansprüche
dieses Baudenkmals zu einem funktional einwandfreien Weingutsgebäude
umgebaut haben, um anschließend gleich noch eine Gutsschenke ins frei
gewordene ehemalige Flaschenlager einzubauen.
So ließe sich vielleicht am besten die kurze Geschichte
des Weinguts Häge beschreiben. Die naiven, damals jungen Leute sind
natürlich meine Frau und ich, die es bis heute nicht bereuen, damals
dieses Weingut gegründet zu haben. Inzwischen haben nicht nur wir bereits
erwachsene Kinder, sondern auch unser Weingut hat ein Kind bekommen. Da
meine Frau immer die Triebfeder für unsere Versuche im Ökoweinbau war, hat
sie unsere ökologischen Weinberge übernommen und damit ihr eigenes Weingut
gegründet. Natürlich bewirtschaften wir beide Weingüter zusammen und Öko
oder Nicht - Öko entzweit uns auch nicht. Vielmehr fördern die
Erkenntnisse aus dem Ökoweinbau auch unseren konventionellen Weinbau.